Mode aufrüschen und Männer ausblenden

Mode aufrüschen und Männer ausblenden

Warum die Romanheldin Lotte Rügenbach lieber glücklicher Single ist, statt mit schönen Schauspielern zu schlafen. Buch-Autorin Clara Ott hat wirklich Glück, über Nacht wurde sie zum neuen Sex-Guru auserkoren, der anscheinend darauf besteht, lieber keinen Sex mit neuen Männern zu praktizieren. Von Bild.de bis Maxi.de stürzen sich alle auf die „Theorie vom Nullten Sex“, dabei steckt in dem Liebesroman „Aufrüschbar“ der Debütautorin Clara Ott noch so viel mehr: eine kreative Geschäftsidee rund um unser Lieblingsthema Mode, langjährige Frauenfreundschaften, glücklicher Familienzusammenhalt und nebenbei die Suche nach sich selbst. Okay, Männer, Sex, Affären und Liebe sind ein Großteil des Buches, aber längst nicht alles. Wir haben deswegen nicht die Autorin Clara Ott, sondern ihre Romanheldin Lotte Rügenbach zum Interview getroffen.

Lotte, du bist 29 Jahre, kommst aus Hamburg und hast dich mit deiner besten Freundin Cosima, einer Modedesignerin, selbstständig gemacht. Was genau ist die Geschäftsidee eurer „Aufrüschbar“?
Wir individualisieren Mainstreamkleidung. Unsere Kunden bringen ihre Kleidung, die entweder von Beginn an langweilig war oder die sie nicht mehr sehen können, zu uns, und suchen sich aus unserem Fundus zum Beispiel schwere Goldknöpfe statt des üblichen Plastiks oder bunte Reißverschlüsse aus. Sehr beliebt sind auch Stickereien mit den Initialen der Kunden oder einfach ein veränderter Schnitt. Im Grunde simple Änderungen, für die viele Kunden jedoch zu faul sind. Ich selber auch, deswegen bin ich froh, dass Cosima das Atelier führt und ich nur für den Verkauf und die Beratung zuständig bin.

Euer Laden ist direkt im Hamburger Schanzenviertel, wo ihr euch neben den großen Ladenketten wie MAC, American Apparel oder Goertz 17 behaupten müsst. Wie hebt ihr euch von der harten Konkurrenz ab?
Wir haben mit den Jungs aus dem Buchladen nebenan eine Kooperation laufen. Wir dekorieren unser Schaufenster nach verschiedenen Themen und ergänzen die Mode durch deren Bücher. Wir hatten schon Matrosenstyle-Woche, Businesskleidung und Frauenbiografien zum Weltfrauentag oder Frühlingsmode & Gedichte. Da bleiben die Fußgänger auf der Straße immer gern stehen und gucken. Außerdem individualisieren wir seit kurzem auch Schuhe, Taschen und Accessoires. Bis auf Make-up können wir also überall mithalten.

Du hast dein Studium abgebrochen, hast jahrelang in einer Szene-Bar gekellnert und bist nun Geschäftsführerin. Ein rasanter Aufstieg für eine Frau unter 30! Wie habt ihr das finanziell eigentlich gemeistert?
Wir haben dank Cosimas Eltern ein Jahr Zeit, die „Aufrüschbar“ erfolgreich auf die Beine zu stellen. Bis dahin haben wir im Gegensatz zu vielen anderen Existenzgründern einen schmeichelhaften, finanziellen Background. Sicherlich nicht der Normalfall, aber wir sind trotzdem nicht minder engagiert. Aber mit seiner besten Freundin macht man gern Überstunden oder trinkt sonntags bei der Arbeit mal ein Glas Wein.

Klingt super. Richtet ihr euch nur an uns Frauen oder habt ihr auch männliche Kunden?
Erstaunlicherweise kommen auch viele Männer! Zum Beispiel lieben gerade die doch graue Hoodies. Ich wette, jeder zweite Mann besitzt einen. Und wir tauschen den Reißverschluss aus, wechseln die Kordeln oder die Bündchen, sticken seine Initialen oder seinen Namen drauf – und schon hat er einen individualisiertem Hoodie zwischen den Mainstream-Stücken seiner Kumpels. Und das Beste: er musste nicht mal groß shoppen gehen. Männer begrüßen das sehr.

Aber nun mal ehrlich, Lotte, wie viel Zeit bleibt dir neben der „Aufrüschbar“, um dein Liebesleben aufzurüschen? Angeblich hattest du ja eine Affäre mit Jakob ‚JJ’ Jensen, um die dich Tausende von Frauen beneiden würden?
Das stimmt, aber nur kurz. Ich habe mich auch davon blenden lassen, dass er ein berühmter Schauspieler ist. Aber was nützt der schönste Mann, wenn er nur in sich selbst verliebt ist? Viele Frauen träumen vielleicht davon, mit einem berühmten Mann nach Sylt zu seinen reichen Freunden zu fahren und mit ihm eine heiße Affäre zu haben. Doch für mich war das nichts. Da bin ich dann doch lieber Single.

Also gibt es aktuell keinen Mann im Leben von Lotte Rügenbach?
Das kann ich so direkt nicht beantworten. Aber ich versuche weniger, mein Leben auf einen einzigen Mann auszurichten. Wenn es mit ihm scheitert, dann bricht das ganze Umfeld wie ein Kartenhaus zusammen. Meine Freundinnen, meine Familie, meine Arbeit, all das sind ebenso wichtige Lebensinhalte. Und kein Mann verliebt sich in eine Frau, die ihn anhimmelt. Den Fehler habe ich ein paar Mal gemacht. Ich kenne einen Mann, vielleicht auch zwei, die absolut liebenswürdige Männer sind. Womöglich nicht im Moment, aber wer weiß. Man sieht sich ja immer zweimal im Leben…
Herzlichen Dank für das Gespräch, Lotte, und wir wünschen dir viel Erfolg mit der „Aufrüschbar“ – und natürlich auch in der Liebe.

Die „Aufrüschbar“ und der Schauspieler Jakob Jensen existieren leider nur hin dem Roman, der hier erhältlich ist: amazon.de